9 von 10 wünschen sich mehr Höflichkeit. Doch was tun, wenn das Wünschen nicht mehr hilft? Selber machen! sagt Moritz Knigge und lobt die Zuvorkommenheit.

Zuvorkommenheit bedeutet Anzufangen Zuvorkommenheit ist ein so schönes altmodisches Wort, dass ich manchmal seine eigentliche Bedeutung vergesse: Seinen Mitmenschen zuvorkommen. Ihnen zur Seite springen bevor sie selbst zum Sprung ansetzen. Gefallenes Wechselgeld aufheben, Türen aufhalten, Getränke anbieten, den Vortritt lassen, in den Mantel helfen, zur Seite drehen, andere Autofahrer hinein winken, und was Ihnen sonst noch alles einfällt, um sich und anderen das Leben zu erleichtern. Anzufangen und in Vorleistung zu treten anstatt auf andere zu warten und die eigenen Erwartungen zu enttäuschen. Wünschen kann sich vieles, im eigenen Tun gehen Wünsche in Erfüllung. Die Zuvorkommenheit schützt uns vor Enttäuschungen, weil sie Erwartungen da wirklich werden lässt, wo sie hingehören: bei uns selbst. Und wir werden erleben: Machen ist wirklich wie Wollen. Nur krasser!

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Gestatten, Knigge.

Schon Adolph Freiherr Knigge wusste: ohne Handkuss kommt man gut durchs Leben. Ohne einander nicht. Meine Mission? Miteinander mehr möglich machen.