Moritz Freiherr Knigge

Warum spreche ich mit vollem Mund? Fragt sich Knigge.

Mit vollem Mund und leerem Hirn spricht man nicht. "Und doch passiert es auch mir immer wieder" gesteht Moritz Knigge zähneknirschend.

Ich spreche gerne mit vollem Mund: Matürlimph mollen Mie nimph mip mollem Mumb mrephem. Ist aber irgendwie blöd. Wer würde etwas anderes behaupten? Doch zu wissen, was man nicht soll hat selten geholfen, wenn man muss. Entscheidend ist zu wissen, wie man damit umgeht, wenn der Mund voll, aber das Gespräch unabwendbar ist. Wenn der Chef mit den katastrophalen Quartalszahlen Ihrer Abteilung ins Büro platzt – just in dem Moment, als Sie Ihrer Abteilung bewiesen haben dass sie zurecht ganz oben auf dem Pavianfelsen sitzen: schließlich passen 3 BiFi quer in Ihren Mund.Ja, einen Foodcoach bräuchte es. Einen, der zeigt, wie das halbe Pfund Mett unauffällig in der Backentasche verschwindet und Sie trotzdem Schillers Glocke ganz ungezwungen zum Vortrag bringen. Einen, der zeigt, wie man die Kürbiscremesuppe so schnell und zielsicher an der Tischdame vorbeispuckt, dass der Kellner anerkennend zwinkert. Das möchte ich lernen. Weil ich gegen keine Regel häufiger verstosse, als die, mit vollem Mund nicht zu reden. Ich. Der Knigge.

Gestatten, Knigge.

Schon Adolph Freiherr Knigge wusste: ohne Handkuss kommt man gut durchs Leben. Ohne einander nicht. Meine Mission? Miteinander mehr möglich machen.