Knigge Regel Jugend ✅ Frag doch den Knigge ✅ Lesen Sie jetzt hier Moritz Freiherr Knigges Antworten für mehr Erfolg miteinander.

1. Vergessen wir nicht, dass wir auch mal jung waren.

Erinnern Sie sich noch an Ihren gröbsten Unfug, das konfliktgeladene Aufbegehren gegen Ihre Eltern, die unendlich große emotionale Überspanntheit, die Sie bei Ihrem ersten Liebeskummer, dem ersten Verliebtsein, existenziellen Streitigkeiten mit Ihrer besten Freundin, Ihrem ersten Konzert, der ersten eigenen Wohnung oder dem Hören Ihrer Lieblingsplatten überkam? Und verzichten Sie um Himmels Willen auf Sätze wie: „Komm Du erst mal in mein Alter!“

2. Vergesset nicht, dass Ihr auch einmal alt werdet.

Stellen Sie sich vor, wie es ist, wenn Sie das Gefühl haben, alles schon einmal gesehen, gehört und gefühlt zu haben. Mode, Musik oder politische Diskussion. Stellen Sie sich vor, wenn die ersten Freunde sterben, wenn Körper und Geist nicht mehr so mitspielen, oder die gesellschaftlichen und technischen Veränderungen für Sie unüberwindbare Herausforderungen bedeuten. Aber werden Sie nicht depressiv, freuen Sie sich lieber auf die Gelassenheit im Alter, die Ihnen heute als zynische Ignoranz erscheint.

3. Freuen wir uns mit den Jüngeren.

Haben Sie Teil an deren Entdeckungs- und Veränderungswillen. Ertragen Sie deren Flausen im Kopf, und lassen Sie sich anstecken von der unbändigen Energie, die sie bei sich selbst schon längst verloren glaubten. Suchen Sie den Kontakt zu Jüngeren, lassen Sie diese wiederum an Ihren Erfahrungen teilhaben, an dem, was Ihnen gelungen, aber auch an dem, was Ihnen im Leben misslungen ist! Verzichten Sie auf Heldengeschichten, bieten Sie stattdessen den Blick auf die Sprungschanzen, aber auch die Falltüren des Lebens.

4. Begegnen Sie den Älteren mit Respekt.

Natürlich stehen Sie im Bus zugunsten betagter Fahrgäste auf, selbstverständlich kaufen Sie für die fünfundachtzigjährige Frau Schriewer aus dem zweiten Stock ein und helfen alten Damen und Herren über die Straße. Sie wägen ihre moralischen Urteile ab, auch Sie selbst können ja nicht wirklich wissen, wie Sie sich damals verhalten hätten. Aber Sie bleiben am Ball. Sie wollen sich ein Urteil darüber bilden, wie es damals war, warum jenes getan wurde und anderes nicht. Sie sind im höchsten Maße kritisch, aber nicht hochmütig. Zeit ist vergänglich, nutzen Sie sie! Die Zeitzeugen einer jeden Epoche werden täglich rarer.

5. Wer sich mit dem jeweils anderen beschäftigt, der gewinnt etwas für sein Leben hinzu!

Er tauscht Erfahrungen aus und weiß um die Dinge, die seine jüngeren oder älteren Mitmenschen wirklich beschäftigen. Das ist ein hohes Gut. Es hilft uns, der Fülle menschlicher Perspektiven gewahr zu werden. Es hält uns jung und bewahrt uns vor Altersstarrsinn, genauso wie es die Angst vor dem Alter nimmt, die Freuden der Jugend zu schätzen lehrt, ohne deren Wahn zu erliegen!Sie wollten gerade Ihre Oma Frieda, Ihren Enkel Leopold oder Ihren Vater Rolf anrufen und sich zum Essen, zum Kino oder für einen Wochenendtrip nach Hamburg verabreden? Tun Sie sich keinen Zwang an! Ich bin ohnehin ein wenig in Eile; ich treffe mich gleich mit meiner Mutter, wir machen einen Spaziergang!

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Gestatten, Knigge.

Schon Adolph Freiherr Knigge wusste: ohne Handkuss kommt man gut durchs Leben. Ohne einander nicht. Meine Mission? Miteinander mehr möglich machen.