Stefan Schulz von Spiegel-Online hat Ralf Husmann, den Schöpfer von Stromberg interviewt. Eigentlich sollte man das Interview von hinten nach vorne lesen. Das liegt nicht daran, dass der Anfang langweilen würden, sondern daran, dass am Ende das steht, was immer wieder beeindruckt: Stromberg könnte sich selber zuschauen und würde sich nicht erkennen…
Spiegel Online: Glauben Sie, dass Chefs, die wie Stromberg sind, Ihre Serie gucken – und sich in dem Charakter wiedererkennen?
Husmann: Nein. Da wird viel verdrängt. Ich habe mit zahlreichen Chefs über die Serie gesprochen – vom Big Boss bis zum Abteilungsleiter. Aber es hat noch nie jemand gesagt: “Großer Gott, ich bin manchmal auch so. Danke, dass Du mir geöffnet hast.” Stattdessen höre ich oft: “Du, ich kenne da einen, der ist genauso wie Stromberg.”
Husman ist nicht nur ein feiner Beobachter der Wirklichkeit, sondern scheinbar auch mit der nötigen Selbstaufmerksamkeirt gesegnet. Ja, die Mechanismen sind tatsächlich überall die selben. Ob Werbeagentur oder Verteidigungsministerium. Ja, Menschen neigen zur Selbstüberschätzung – insbesondere dann, wenn sie in einem Kommunikationsvakuum leben, wie die meisten Vorgesetzten. Ja, Vorurteile bestimmen unseren Arbeitsalltag in einem hohen Maße und nein, Führung kann man ebensowenig in einem Crashkurs lernen, wie eine neue Sprache.
Sagen uns zumindest unsere Erfahrungen. Und die haben wir nicht in der Capitol-Versicherung gewonnen, in der Bernd Stromberg Bereichsleiter ist.
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